Schach
Freude am königlichen Spiel
Schach ist ein unglaublich altes Spiel, ästhetisch, intelligent und wunderschön. Um seinen Ursprung ranken sich Legenden. Ein weiser Mann soll es erdacht haben. Auch seinem König gefiel es so gut, dass seinem Erfinder jedwede Forderung erfüllt werden sollte...
Die Begeisterung mit welcher dieses Spiel auf dem ganzen Erdenrund gespielt wird, ist grenzenlos. Sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich messen sich kluge Köpf und hitzige Gemüter. Es gibt eine Vielzahl an Clubs, Vereinen und Meisterschaften. Inzwischen wird auch gerne gegen Computer oder online gespielt. Doch nichts geht über ein schönes. vielleicht reichverziertes Schachbrett und materielle Figuren.
Wenn ich zurückblicke, damals war ich nicht einmal drei Jahre alt, habe ich noch klar und deutlich vor Augen, wie wir, die noch kleine Familie, in der großelterlichen Dachgeschoßwohnung an Weihnachten 1972 zusammensaßen und meine Eltern das königliche Spiel von meiner Großtante Irmgard aus Bad Salzungen geschenkt bekamen. Fasziniert wie ich war durfte ich die Figürchen aufstellen wie es mir in den Sinn kam; bis mein Vater begann, mir Schritt für Schritt die Grundzüge einer Schachpartie zu erklären. Er ließ mich nie gewinnen. Ich versuchte alle Möglichkeiten einer Eröffnung und hatte irgendwie keinen so rechten Plan. Bis es mir ein einziges Mal gelang und ich über meinen Vater triumphieren konnte. Weitere Gegner waren Afdullah, ein Freund der Familie aus dem Kosovo und natürlich meine Schwester Theresa. Eine neue Leidenschaft war geboren.
In meiner Studienzeit spielte ich gegen meine Freunde Gabriele, Michael und Marcus, allerdings ohne jegliches System, Eröffnungstheorien waren mir fremd, auch die Mittelspiele und Endspiele verliefen nach gut Glück. Guillermo spielte mit mir nie, um so mehr mit unserem Sohn Gabriel Santiago, schon im zartesten Knabenalter ein begnadetes Schachtalent!
Inzwischen bin ich dem Schachklub Ingolstadt beigetreten und spiele regelmäßig mit Freunden oder online (lichess und chessdotcom, bei beiden Plattformen habe ich den Benutzername "Santiago-de-Chuco"), besonders gerne gegen Nils und gegen Stephan. Mich mit diesen Gegnern messen zu dürfen betrachte ich als Herausforderung und Ehre zugleich.
Das Spielbrett und die Figuren
Schach wird auf einem Spielbrett mit hellen (weißen) und dunklen (schwarzen) quadratischen Feldern gespielt. Diese sind von "a bis h" bzw. von "1 bis 8" nummeriert. Hieraus ergibt sich für jedes Feld eine eindeutige Koordinate, also a1, a2, ..., h8. Diese Einteilung macht es möglich, eine Partie, also den Spielverlauf, Zug für Zug eindeutig zu notieren.
Zu Beginn jeder Partie werden die Spielfiguren wie folgt aufgestellt:
- a1: weißer Turm, zieht und schlägt gerade.
- b1: weißer Springer, zieht und schlägt eins gerade, eins schräg, als einzige
Figur im Schach darf der Springer über eigene oder gegnerische Figuren "springen". - c1: weißer Läufer, zieht und schlägt diagonal
- d1: weiße Dame, zieht und schlägt gerade und diagonal
- e1: weißer König, zieht und schlägt je ein Feld in alle Richtungen und kann, wenn keine Figuren zwischen ihm und einem Turm stehen, mit diesem rochieren, d.h. er zieht zwei Felder Richtung Turm, dieser "springt" über den König auf das Feld neben diesem. Es wird zwischen kleiner und großer Rochade unterschieden.
- f1: weißer Läufer, s.o.
- g1: weißer Springer, s.o.
- h1: weißer Turm, s.o.
- a2-h2: weiße Bauern, sie ziehen gerade je ein Feld nach vorne und schlagen schräg; der erste Zug eines jeden Bauern darf auch über zwei Felder erfolgen; erreicht ein Bauer die gegenüberliegende Seite des Spielbretts, kann er in eine Figur der Wahl (außer dem König) umgewandelt werden; meist wird eine Dame als potenteste Figur gewählt, somit können mehrere Damen in einer Partie vorkommen.
Die schwarzen Figuren stehen auf der anderen Seite des Spielbretts den weißen Figuren symmetrisch gegenüber. Zu beachten ist, wenn keine Koordinaten vorhanden sind, dass das Spielbrett so ausgerichtet wird, dass sich rechts vorne ein weißes Feld (h1) befindet. Zur Orientierung beachte man, dass zu Beginn die weiße Dame auf einem weißen Feld steht, die schwarze Dame auf einem schwarzen Feld.
Weiß beginnt mit dem ersten Zug. Dann erwidert Schwarz, dann Weiß u.s.w. Die Eröffnung einer Partie stellt oft schon die Weichen für einen Sieg eines Spielers über seinen Gegner. Es gilt, bereits zu Beginn eine vorteilhafte Stellung aufzubauen und möglichst das Zentrum des Spielbretts zu beherrschen. Mit jedem Zug wird die Stellung komplexer. Bedrohungen und Deckungen greifen verzahnend ineinander. Ein erstes Ziel ist es, Materialvorteil zu erreichen, d.h. möglichst viele Figuren des Gegners zu schlagen und hierbei wenig eigene Verluste zu erleiden.
Das Ziel einer Schachpartie ist es, den gegnerischen König in eine Mattstellung zu zwingen; er wird durch eine Figur bedroht (ihm wird Schach geboten), wobei er auf kein benachbartes Feld ausweichen oder keine seiner Figuren zwischen ihn und die gegnerische Bedrohung gezogen werden kann. Außer einem Sieg durch "Schachmatt" kann eine Partie auch beendet werden, wenn angesichts eines hohen Materialungleichgewichts oder einer drohenden Mattstellung ein Spieler es vorzieht aufzugeben. Ferner gibt es verschiedene Formen des Remis (Unentschieden).